LYRIC

Bedenk o Mens¡ Wie Gotte– Kind

Isaiah 63: 3
I¡ trete die Kelter allein, und ist niemand unter den Völkern mit mir. I¡ habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Daher ist ihr Blut auf meine Kleider gespri”t, und i¡ habe all mein Gewand besudelt.

1.
Bedenk’, O Mens¡, wie Gotte– Kind
Gelitten hat für uns’re Sünd’,
S¡ma¡, S¡läge, Striemen, Hohn und Spott
Und den verflu¡ten Kreuze–tod.

2.
Kein Mens¡enkind konnt’ mit ihm sein,
Er trat die Kelter ganz allein,
Er fühlte Pein und Seelennoth,
Sein Purpur ward vom Blute roth.

3.
Al– er geführt war vor’– Geri¡t,
Da s¡wieg er still und red’te ni¡t,
Glei¡wie ein Lamm ohn’ Zorn und Ra¡’
Hat er gelitten Pein und S¡ma¡.

4.
Juda–, der ihn verrathen hat’,
Bereut’ zu spät die böse That,
Spri¡t: I¡ verdammter that ni¡t gut,
Weil i¡ verkauft uns¡uldig Blut.

5.
Lief voller Angst und Höllensti¡’,
Nahm einen Stri¿ und hängte si¡;
Da stürzte, zum Abs¡eu und Grau–,
Sein ganze– Eingeweide au–.

6.
Pilatu– sah die Uns¡uld an,
Spra¡: Dieser hat ni¡t– Bös’– gethan;
Wus¡ seine Händ’ und hielt si¡ rein,
Ohn’ S¡uld an diesem Blut zu sein.

7.
Er ließ ihn geißeln und zule”t
Hat er zum Tod’ ihn ausgese”t.
So ward de– Volke– Bitt’ erfüllt
Und wüthende– Ges¡rei gestillt.

8.
Die böse Rott’, so da– begehrt,
Sah si¡ nun ihren Wuns¡ gewährt,
Entkleid’ten seinen heil’gen Leib,
Verspott’ten ihn zum Zeitvertreib.

9.
Er ward im Purpurkleid verhöhnt,
Mit einer Dornenkron’ gekrönt,
Womit da– edle Haupt geri”t,
Das– sein so theure– Blut verspri”t.

10.
Al– nun die Krönung war ges¡eh’n,
Ward er mit einem Rohr verseh’n,
Grüßten zum Spott al– König ihn,
Und lagen vor ihm auf den Knie’n.

11.
Verspeiten ihn in’– Angesi¡t.
Wie! zittert ihr Unmens¡en ni¡t?
Daß ihr selbst euren S¡öpfer s¡lagt,
Verde¿t, und wer ihn s¡lug no¡ fragt?

12.
Al– aber nun der Morgen kam,
Sah man, das– er sein Kreuz selbst nahm
Und na¡ der S¡ädelstätte trug,
Woran da– Kriege–volk ihn s¡lug.

13.
Al– er nun matt und s¡ma¡tend war,
Bra¡t’ man ihm Gall’ und Essig dar.
Sie hingen ihn na¿end und bloß
An’– Kreuz, wo er sein Blut vergoß.

14.
Die Purpurfluth strömte sofort,
Al– man ihm Händ’ und Füß’ dur¡bohrt
Mit Nägeln Grause Mörderhand!
Die– theure Blut färbt Erd’ und Sand.

15.
Pilatu– s¡rieb die S¡rift gar fein
Auf grie¡is¡, jüdis¡ und latein:
Der Juden König, die zule”t
Bei seinem Haupt ward angese”t.

16.
D’rauf al– die dritte Stund verfloß,
Warf man um Jesu Ro¿ da– Lo–.
Da– Krieg–volk ruft mit Frevelton:
Hilf dir selbst, bist du Gotte– Sohn.

17.
Sie spra¡en: er vertraute Gott,
Der helf’ ihm au¡ in seiner Noth;
Er half viel’ Andern in der That
Und weiß si¡ selbst ni¡t Hilf’ und Rath.

18.
Um neun Uhr rief er ängstigli¡:
Mein Gott, mein Gott, verläßt du mi¡?
D’rauf flößten sie bei seiner Pein
Ihm Essigtrank mit Ysop ein.

19.
Er spra¡: Nun ist genug gethan.
Herr, re¡ne ihn’n die Sünd’ ni¡t an!
Au¡ de¿te zu derselben Stund’
Ein’ Finsterniß der Erden Rund.

20.
Hierauf befahl er Gott den Geist
Und starb; de– Tempel– Vorhang reißt,
Die Erde bebt vor dem Gesi¡t,
Der Fel– zersplittert, reißt und bri¡t.

21.
Sein Tod war heil’ger Gräber Thür;
Die Todten gingen bald herfür.
Der Hauptmann fällt hier zitternd ein,
Daß er ein frommer Mann müßt sein.

22.
Und s¡ließt vom Wunder der Natur,
Er sei selbst Gott der Creatur.
Man bat Pilatum überdie–,
Daß er ihr’ Beine bre¡en ließ.

23.
Damit sie wurd’n vom Kreuz gethan,
Weil bald der Sabbath brä¡e an.
Indem sie aber kamen dar,
Und sah’n, das– er vers¡ieden war.

24.
Bra¡en sie ihm kein Bein en”wei;
Do¡ war ein Kriege–kne¡t dabei,
Der öffnet mit dem Speer ges¡wind
Sein’ Seit’, d’rau– Blut und Wasser rinnt.

25.
Joseph von Arimath’a kam
Und Jesum von dem Kreuze nahm;
Wand ihn in leinen Tü¡er ein,
Senkt ihn in sein neu’ Grab hinein.

26.
Also stirbt Christu– ganz vera¡t’t,
Do¡ Nicodemu–, der bei Na¡t
Einmal bei unserm Heiland war,
Bra¡t’ Spezerei und Myrrhen dar.

27.
Sein Sterben war den Bösen glei¡,
Do¡ sein Begräbniß groß und rei¡.
Sie legten ihn in’– Grab hinein
Und wälzten davor einen Stein.

28.
Die Priester da¡ten diesem na¡,
Weil er einmal bedenkli¡ spra¡,
Er wollt’ am dritten Tag aufsteh’n
Und lebend au– dem Grabe geh’n;

29.
Versiegelten so Grab al– Stein,
Au¡ mußten immer Wä¡ter sein,
Daß dur¡ die Jünger er bei Na¡t,
Mit List ni¡t würd’ hinweggebra¡t.

30.
O Jesu! laß do¡ deine Pein
Einst uns’rer Seelen Freiheit sein!
Dein Tod sei uns’re Leben–pfort’,
Dein Auferstehen Heil und Hort.

Amen.

 

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Added by

David

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