LYRIC

Herr Jesu wa– von dir zu lesen

Roman– 6:6
Dieweil wir wissen, daß unser alter Mens¡ samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sündli¡e Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde ni¡t mehr dienen.

1.
Herr Jesu–! wa– von dir zu lesen
Und deiner Marter in der S¡rift,
Bei unserm vielen Heu¡elwesen
Gar selten re¡t da– Herze trifft.          
Der s¡ilt den Juda–, jener klagt,
Daß Petru– abfällt und verzagt.

2.
Ein and’rer eifert um die Krone,
Die man dir, Heiland! eingedrü¿t,
Und daß der Krieg–kne¡t ohne S¡onen
Dir deine Seite so zerstü¿t,
Na¡dem man dir da– Angesi¡t
So grausam übel zugeri¡t’t.

3.
Wie wenig sind do¡, die da fassen
Den re¡ten Zwe¿ von dieser Pein
Und die verflu¡ten Sünden hassen,
So Ursa¡’ deine– Leiden– sein:
Denn du allein getragen hast
Der Mens¡en s¡were Sündenlast.

4.
Fürwahr, du trugest alle S¡merzen
Und nahmest unsre Krankheit weg;
Do¡ geht’– den Meisten s¡le¡t zu Herzen,
Sie bleiben auf der Sünder Steg,
Und kreuzigen di¡ immerhin
Von neuem mit verkehrtem Sinn.

5.
Laß do¡ dein bitt’re– Marteleiden,
Herr Jesu–! mir zu Herzen gehn
Und sol¡e tiefe Wunden s¡neiden,
Die immer blutend offen stehn,
Bi– an mir alle Lust und Ma¡t
De– Satan– gänzli¡ umgebra¡t.

6.
Wa– würd e– helfen, wenn i¡ singe
Von deinem Leiden no¡ so viel,
Und mir’– do¡ ni¡t dur¡’– Herze dringe?
Re¡ts¡aff’ne Buß’ ist hier da– Ziel;
Bekehre mi¡, o starker Held!
Du Heil und Arzt der ganzen Welt.

7.
I¡ lege mi¡ zu deinen Füssen,
Laß meiner Augen Thränenba¡
Si¡ häufig und also ergießen,
Daß ein herztriefend Weh und A¡
Um meine Missethat entspringt,
Und mir dur¡ Mark und Seele dringt.

8.
Auf daß hinfort i¡ möge meiden,
Wa– dir, mein Heiland mißgefällt;
A¡, s¡affe dur¡ dein Tod und Leiden,
Daß i¡ s¡on hier unau–gestellt
Der Sünd’ absterb’, und stet– an dir
Ein Zweiglein bleibe für und für.

9.
A¡, stärke stündli¡ meinen Glauben
Und steh’ mir S¡wa¡em bei im Streit,
Damit mir niemand konne rauben
Die wahre Glauben–heiligkeit:
Ohn’ sie ist e– mit un– ges¡ehn
Und kann di¡ keiner ewig sehn.

10.
Wer deine Striemen, S¡ma¡ und Wunden
Mit reifer Anda¡t überlegt,
Der wird ni¡t übermannt gefunden,
Wenn si¡ de– Satan– Heer erregt,
Dieweil ein sol¡’– Herz ni¡t mehr klebt
An dem, wona¡ die Welt no¡ strebt.

11.
Ruhm, S¡önheit, Wollust, Ehr’ und Güter,
Au¡ alle S¡ä”e dieser Zeit,
Sind bloß allein für die Gemüther,
Die Christi Kreuz und Niedrigkeit
Vera¡ten, und nur su¡en hier,
Wa– lüstert ihrer Lustbegier.

12.
Bri¡, Jesu–! meinen bösen Willen
Dur¡ da– Gedä¡tniß deiner Qual,
Die müsse Sünd’ und Ho¡muth stillen;
Dein Bluts¡weiß, Angst und Kreuze–pfahl
Ertödt’ in mir zu aller Frist,
Wa– irdis¡, fals¡ und sündli¡ ist.

Amen

Romans 6:6
Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen.

1.
Herr Jesus! was von dir zu lesen
Und deiner Marter in der Schrift,
Bei unserm vielen Heuchelwesen
Gar selten recht das Herze trifft.
Der schilt den Judas, jener klagt,
Dass Petrus abfällt und verzagt.

2.
Ein and’rer eifert um die Krone,
Die man dir, Heiland! eingedrückt,
Und dass der Kriegsknecht ohne Schonen
Dir deine Seite so zerstückt,
Nachdem man dir das Angesicht
So grausam übel zugericht’t.

3.
Wie wenig sind doch, die da fassen
Den rechten Zweck von dieser Pein
Und die verfluchten Sünden hassen,
So Ursach’ deines Leidens sein:
Denn du allein getragen hast
Der Menschen schwere Sündenlast.

4.
Fürwahr, du trugest alle Schmerzen
Und nahmest unsre Krankheit weg;
Doch geht’s den Meisten schlecht zu Herzen,
Sie bleiben auf der Sünder Steg,
Und kreuzigen dich immerhin
Von Neuem mit verkehrtem Sinn.

5.
Lass doch dein bitt’res Marteleiden,
Herr Jesus! mir zu Herzen gehn
Und solche tiefe Wunden schneiden,
Die immer blutend offen stehn,
Bis an mir alle Lust und Macht
Des Satans gänzlich umgebracht.

6.
Was würd es helfen, wenn ich singe
Von deinem Leiden noch so viel,
Und mir’s doch nicht durch’s Herze dringe?
Rechtschaff’ne Buss’ ist hier das Ziel;
Bekehre mich, o starker Held!
Du Heil und Arzt der ganzen Welt.

7.
Ich lege mich zu deinen Füssen,
Lass meiner Augen Thränenbach
Sich häufig und also ergiessen,
Dass ein herztriefend Weh und Ach
Um meine Missethat entspringt,
Und mir durch Mark und Seele dringt.

8.
Auf dass hinfort ich möge meiden,
Was dir, mein Heiland missgefällt;
Ach, schaffe durch dein Tod und Leiden,
Dass ich schon hier unausgestellt
Der Sünd’ absterb’, und stets an dir
Ein Zweiglein bleibe für und für.

9.
Ach, stärke stündlich meinen Glauben
Und steh’ mir Schwachem bei im Streit,
Damit mir niemand konne rauben
Die wahre Glaubensheiligkeit:
Ohn’ sie ist es mit uns geschehn
Und kann dich keiner ewig sehn.

10.
Wer deine Striemen, Schmach und Wunden
Mit reifer Andacht überlegt,
Der wird nicht übermannt gefunden,
Wenn sich des Satans Heer erregt,
Dieweil ein solch’s Herz nicht mehr klebt
An dem, wonach die Welt noch strebt.

11.
Ruhm, Schönheit, Wollust, Ehr’ und Güter,
Auch alle Schätze dieser Zeit,
Sind bloss allein für die Gemüther,
Die Christi Kreuz und Niedrigkeit
Verachten, und nur suchen hier,
Was lüstert ihrer Lustbegier.

12.
Brich, Jesus! meinen bösen Willen
Durch das Gedächtniss deiner Qual,
Die müsse Sünd’ und Hochmuth stillen;
Dein Blutschweiss, Angst und Kreuzespfahl
Ertödt’ in mir zu aller Frist,
Was irdisch, falsch und sündlich ist.

Amen

 

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Added by

David

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