1.
A¡ Herr, mein Gott, i¡ bitt um Gnad,
Daß i¡ mö¡t fromm werden vor dem Jüngsten Tag,
I¡ bitt au¡ für alle Kinder dein,
Die au¡ in Elend und Finsterni– sein,
Erleu¡t sie dur¡ dein Wort so fein,
Daß sie mö¡ten werden fromm und rein.
Wollst sie von ihren Sünden bekehren,
Dur¡ Geist und Wasser neu gebären.
Erhalt sie dur¡ dein treuer Hut,
Du bist allein der ew’ge Gott.

2.
Herr Jesu– Christ, ma¡ mi¡ heilig und fromm,
Daß i¡ mög werden dein Eigentum.
Denn unser Leben ist nur kurz auf Erden,
Hilf un–, daß wir mö¡ten selig werden.
Denn ohne deine Hilf und Kraft,
Der Mens¡ zu deinem Werk ni¡t– s¡afft.
Und au¡ niemand zu dir kann kommen,
Er werd denn dur¡ deinen Geist gedrungen.
Ja, weil niemand dir kann gefallen,
Er werd denn seiner Sünden ohne.

3.
Und du die allein dir hast erkoren,
Die wahrhaftig sind neugeboren.
So bitt i¡ di¡, lieber Herr Jesu– Christ,
Der du der Brunn der Wei–heit bist,
Erbarm di¡ über dein arme– Kind,
Was¡ mi¡ mit deinem Blut von meiner Sünd.
Laß mi¡ ni¡t in der sündli¡en Natur steken,
Sondern tu mi¡ zu deinen Werk aufweken,
Denn ohne deine Hilf bin i¡ ganz entwi¡t,
Und kann zu deinem Diener taugen ni¡t.

4.
Drum, Vater, wollest selber s¡on
Dein Werk in mir vollenden tun.
Den Heiligen Geist zum Tröster fein
Wollst mir senden in mein Herz hinein.
Der mi¡ den re¡ten Weg führe
Und Seel und Geist zu dir bekehre,
Damit i¡ mö¡t zu deinen Prei–
Neugeboren werden re¡ter Wei–.
Ja, daß dur¡ ihn i¡ mö¡t verstehen,
Wie man dir re¡t soll dienen tun.

5.
Wollst mi¡ in deiner Lieb erhalten
Und mi¡ von dir ni¡t lassen spalten.
Damit i¡ na¡ dieser kurzen Zeit
Mö¡t erlangen die ewig himmlis¡e Freud.
Da– bitt i¡ di¡, lieber Herr Jesu Christ,
Der du für mi¡ gestorben bist.
Gib, daß i¡ dur¡ dein uns¡uldige– Blut
Mö¡t erlöset werden von der Höllenglut,
Und dort in deinem Himmelrei¡
Und dir mög leben ewigli¡.

6.
Nun, liebe– Kind wa– du hast begehrt,
Da– soll dir werden wohl gewährt.
Denn i¡ bin die re¡te Leben–tür,
Wer irre geht, der komm zu mir.
Den will i¡ selbst mit meiner Hand
Hineinführen in– Vaterland.
Und will ihm geben in meinem Rei¡
In Fried und Freud zu leben ewigli¡.

7.
I¡ bin au¡ selbst der Gnadenbrunn,
Die um ihre Sünden Traurigkeit ha’n,
Ja, die um ihre Gebre¡li¡keit
Bekimmert sind in dieser Zeit,
Denen ruf i¡ zu dur¡ meinen Geist,
Kommt her und seid der Sünd befreit.
I¡ bin au¡ selbst der Tröster lind,
Wer keinen Trost in si¡ empfind,
Der komm zu mir und ruf mi¡ an
Die Traurigen i¡ trösten kann.

8.
I¡ bin au¡ selbst der S¡wa¡en Stärk,
Wer kein Vermögen bei si¡ merk,
Der Sünd im Fleis¡ zu widerstehn und fe¡ten,
Dem helf i¡ selbst zur Linken und zur Re¡ten.
I¡ streit für ihn al– Vater gut,
Und ma¡ den S¡wa¡en wohlgemut,
Daß er sein böse– Fleis¡ mag dämpfen
Und kann die Siege–kron erkämpfen.

9.
I¡ bin au¡ selbst der Wei–heit Quell,
Wem Verstand fehlt zu diesem all,
Und wer– ni¡t weiß zu greifen an,
Der komm zu mir und ruf mi¡ an.
I¡ geb die Wei–heit frei umsonst,
I¡ lehr die Mens¡en Wi” und Kunst,
Wie sie si¡ können zu Gott bekehren,
Wider die Natur neu gebären,
Wel¡e Neugeburt Gott Vater leist,
Dur¡ seinen Sohn und Heilgen Geist.

10.
Ohn wel¡e Geburt au– Wasser und Geist,
Gott keinen Mens¡en sein Kind heißt.
Wer aber der Sünd re¡t absagt,
Und sie ertränkt im Wasserbad,
Und s¡enkt si¡ Gott re¡t in der Tauf,
Und hört ni¡t mehr fromm zu sein auf,
Den will Gott annehmen al– sein Kind,
Und ihn rein was¡en von der Sünd.

11.
Drum willst du werden Gotte– Kind,
Und rein von aller S¡uld und Sünd,
So mußt du fleißig bitten Gott,
Der ni¡t begehrt der Sünder Tod,
Daß er di¡ Sünder woll bekehren,
Au– Geist und Wasser neu Gebären,
Denn die Geburt au– Adam– Fleis¡
Versteht si¡ ni¡t auf Gotte– Geist,
Weiß au¡ ni¡t wa– Gotte– Wille ist,
Viel weniger sie da– Werk au–ri¡t.

12.
Denn dur¡ Adam– Fall sind wir alle gestorben,
Und an der Seele Ganz verdorben,
Daß wir ni¡t mehr können Gott gefallen
Mit unsern Tun und Werken allen,
Sondern lagen im Zorn Gotte– verstri¿t
Und konnten un– selbst helfen ni¡t.
Ja, wenn si¡ Gott ni¡t hätt gelegt darein,
So müßen wir de– Teufel– gefangene sein,
Da– bedenkt, und dein Herz zu Gott lenk.

13.
Nun so hat un– lieb der ewige Gott
Si¡ angenommen unserer Not.
Und hat seinen lieben Sohn dargegeben,
Daß wir dur¡ ihn mö¡ten ewig leben.
Der hat mit Tod und Teufel gerungen,
Daß er un– mö¡t zum ewigen Leben bringen,
Und dur¡ da– bittre Leiden sein
Erlöst worden von der ewigen Pein.

14.
Darum mein liebe– Kind hab a¡t,
Die Wohltat Gotte– wohl betra¡t,
Daß Gott der Herr für un– hat genug gegeben
Er wird– au¡ no¡ ni¡t mangeln la’n.
Darum so du ein Christ willst sein,
Und enfliehen der ewigen Pein,
So mußt du sol¡e– glauben und üben
Wie e– dir hier wird vorges¡rieben.
Und ni¡t an dem lassen genug sein
Daß du von außen fromm wollst sein,
Sondern bewei– den Glauben mit Werk und Tat
An wel¡en Gott allein Lust hat.
S¡reib sein Lieb tief in– Herze dein
Daß du nimmer vergessest sein.

15.
Mein Kind bewahr hüt di¡ vor Sünd,
So bleibst du Gott sein liebe– Kind,
Und wenn du fromm wirst überwinden
So wirst du au¡ sein Rei¡ dort finden.
Denn so sagt selbst der Wei–heit Mund,
Wer überwind, der soll zur Stund
Mit mir si”en auf Gotte– Thron
Glei¡wie i¡ überwunden hab
Und bin gese”en au¡ zuglei¡
Bei meinem Vater in sein’ Rei¡.
Liebe– Kind, da– geb dir Gott der Herr
Und dir seinen Glauben mehr.

16.
Nun tritt, liebe– Kind, vor Jesu– Christ,
Und spri¡: Der du mein Li¡t selbst bist,
Ja spri¡ zu ihm: O, Herr mein Stärk,
Auf mi¡ je”t s¡au und fleißig merk.
Gib mir dein Wei–heit, Gnad und Li¡t
Daß i¡ in Irrtum komme ni¡t.
Ja, spri¡: Herr Jesu, du mein Leben
Gib mir Mut dem Guten na¡zustreben,
Auf daß mi¡ der Welt Eitelkeit
Ni¡t mehr von Gott und sein Wort s¡eidt.

17.
Regier mein Herz nur dir zu gefallen
Samt meinem Tun und Werken allen.
Wa– dir ni¡t gefällt, von mir nimm hin
Und gib mir einen re¡ts¡affenen Sinn,
An Dir zu halten allezeit
Von je”t und bi– in Ewigkeit,
Damit i¡ niemand mehr lieb al– di¡
Und meinen Nä¡sten glei¡ al– mi¡.
Zünd in mir an sol¡ Liebe–flammen
Damit i¡ mö¡t mit dir zusammen,
Der Vater in dir und du in mir
Hallelujah singen für und für.

18.
Wer si¡ selbst absagt und ganz abstirbt
Derselbige mein Rei¡ erwirbt,
Und wird mit weißen Kleidern s¡on
Ganz herrli¡ werden angetan,
Und trinken von dem Leben–brunn
Und ewig mit Gott Freude ha’n.
Er wird au¡ si”en in mein Saal
Und essen von dem Abendmahl.
Wer’– ni¡t kann tun der wird sein’ Lohn
In der Hölle bei dem Teufel ha’n.

19.
Drum la”t un– bitten um die Sa¡,
Daß Gott neue Mens¡en au– un– ma¡.
A¡ Gott, verändere unser Herz und Gemüt,
Vor allen Argen un– behüt,
Den re¡ten Glauben un– verleih,
Der au– den Worten Gotte– sei.
Dadur¡ in unsre Herzen komm,
O Gott, ma¡ un– gere¡t und fromm,
Hilf daß wir un– zur Buß begeben
Und bessern unser ganze– Leben,
Und au¡ dem Satan widerstreben.

20.
Sol¡e Feinde hat ein jeder Christ
So lang er hier auf Erden ist.
Darum hüt di¡ vor ihrem trug und List
Da– rat i¡ dir zu aller Frist.
Herr Jesu Christ, so erhör mein Bitt,
Von meiner Sünd ma¡ mi¡ ledig und quitt,
Und gib mir ein gehorsame– Herz dabei
Da– von allen Irdis¡en ledig sei.
Kein größrer S¡a” auf dieser Erd,
Kein größrer Gewinn wird nie erhört
Denn der verläßt mit freiem Mut
Und übergibt all zeitli¡ gut
Den Armen um Christi willen frei
Dazu au¡ willig und gehorsam sei.

21.
Aber kein größre Torheit auf dieser Erd,
Denn der da hängt am zeitli¡en Gut,
Se”t si¡ damit in Feuer–glut
Wie ges¡ehen ist dem rei¡en Mann,
Der dem armen Lazaru– kein Hilf hat getan.
Drum mußt er leiden die ewige Pein
Da er mit dem Geiz willt selig sein.
Denn da– zeitli¡e Gut und der Welt Pra¡t
Ma¡t den Mens¡en vor Gott vera¡t.

22.
Drum wollen wir Christi Jünger sein,
Und mit ihm gehen in den Himmel ein
So müssen wir alle– Irdis¡e a¡ten gering,
Und nur na¡tra¡ten sol¡er Ding
Woran Gott Lust und Gefallen hat.
So werden wir na¡ unserm Tod
Von den Engeln in Abraham– S¡oß getragen
Und werden Ewige Freude haben.
Da– wüns¡ i¡ allen Frommen s¡on,
Dur¡ Jesum Christum, seinem lieben Sohn.
Amen

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DT

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