A¡ Herr mein Gott, I¡ bitt um Gnad

1.
A¡ Herr mein Gott, I¡ bitt um Gnad
Fromm zu werden vor dem jüngsten Tag
Von meiner angebornen Sünd,
Ma¡ mi¡ an Herz und Seel gesund,
Dur¡ Jesum Christum unseren Herrn.
Der wolle mi¡ zu ihm bekehren
Und in sein Wort re¡t weisen und lehren
Wa– Adam und Eva zerbro¡en han.

2.
Darum nimm I¡ mir zur Hand,
Wa– un– au– Adam– Fall entstand.
Wie dieser S¡aden ruht auf un– alle.
So da kommen in die– Jammertale
Dadur¡ die Mens¡en sind ganz entwi¡en,
Da– sie zum Guten gar taugen ni¡t.
In Sünden empfangen und geboren
Haben alle Kraft zum Guten verloren
Daß ihr Herz nur allzeit di¡tet da– Böse
Von Jugend auf die Sünd ihnen auserlesen
Ist alle– von Adam hergeflossen.

3.
In dem ewigen Tod hätten wir müssen bleiben,
Wenn si¡ Gott ni¡t hätte gelegt darein,
Zeigt un– die heilige S¡rift gar fein.
Nun so hat Gott au– seiner Barmherzigkeit,
Die er au– Lieb gegen un– Mens¡en trägt,
Si¡ unser Not genommen an
Dur¡ seinen Eingebornen Sohn.
Der hat mit Tod und Teufel gerungen,
Daß er un– mö¡t zum Leben bringen.

4.
Darum Gott Vater mit seinem Sohn,
Im Heiligen Geist da– Werk greift an,
Tät Gabriel sein Engel senden,
Geg’n Nazareth tät er si¡ wenden,
Zu einer Jungfrau keus¡ und rein,
Den s¡önen Gruß zeigt er ihr an,
Und spra¡ sie werde Neugebären,
Den Sohn Gotte– ganz auserkoren.
Die Ursa¡ er ihr liebli¡ zeigt an,
Daß er wird sein da– Lösegeld.
Und ein Heiland der ganzen Welt,
Und wieder alle– zu re¡te bringen,
Wa– dur¡ Adam und Eva ist gefallen.

5.
Nun will I¡ dir no¡ weiter sagen,
Wie e– erging in denselben Tagen.
Da– Kindlein wu¡– und lebt auf Erden,
Mit seiner Lehr und Wundertaten,
Tät er die Mens¡en zu ihm laden,
Er will sie re¡t tun unterweisen,
Wie sie ihren Herren sollen preisen.
Na¡ wahrer Lieb sollen sie streben,
Und au¡ na¡ seinem Vorbild leben,
Dabei sie jedermann wird kennen,
Und sie au¡ wahre Christen nennen;
Denn Glaub und Lieb läßt si¡ ni¡t trennen.

6.
Der Glaub der ist ein’ Gab von Gott,
Die sonst niemand zu geben hat.
Drum bitten wir den Heiligen Geist,
Um den re¡ten Glauben allermeist,
Daß er un– Sünder woll bekehren,
Au– Geist und Wasser neugebären,
Denn Christu– selbst da– Wasser ist,
Dadur¡ gewas¡en wird ein Christ.

7.
Wie aber je”t die Welt tut leben,
Mit ihrer Tauf merket mit eben,
Dabei na¡ ihrem Willen leben,
Gotte– Gebot nur widerstreben,
Und hoffen do¡ ein guten Lohn darneben,
Wa– aber Gott wird sol¡en Leuten tun,
Die seinen Willen zuwider sein,
Sagt un– die heilige S¡rift in– gemein.

8.
Nun sollst du, mein liebe– Kind, wissen, daß
Im Guten sollst du ni¡t werden laß,
Sondern Gott deinem Herrn vertrauen,
Und auf da– Leiden Christi bauen,
Wel¡e– da– einige Opfer ist,
Für unßere Sünd zu aller Frist.
Da– sollst in re¡tem Glauben fassen,
Zu danken Gott ni¡t unterlassen,
Der un– also geliebet hat.
Gab seinen Sohn für un– in Tod.
Der hat all’ unsere Sünd getragen,
Tut un– au¡ alle zu si¡ laden,
Daß wir alle zu ihm sollen kommen,
Er will un– geben Freud und Wonne.

9.
Darum, mein Kind, so sei nur fromm,
Hüt di¡ vor Gotte– Lästerung,
E– wird ja Christu– Gotte– Sohn,
Mit allen seinen Engeln s¡on,
Mit Kraft und großer Herrli¡keit
Ers¡einen, wie un– die S¡rift bes¡reibt,
Vom Himmel ho¡ herunter lahn,
Am jüngsten Tag Geri¡t zu han.
Verurteilen den Krei– der Erden,
Da– wird ein großer Geri¡t–tag werden,
Wo alle Völker dieser Welt,
Da werden müssen vorgestellt.
Da wird ein jeder Lohn empfangen,
Na¡dem er Werk hie hat begangen.

10.
Da wird sie Christu– unters¡eiden,
Zur re¡ten seine S¡äflein leiten,
Die Bö¿e zu seiner Linken stellen,
Und bald darna¡ da– Urteil fällen,
Und sagen zu denen zur re¡ten Seite:
Kommt her, all ihr Gebenedeiten,
Besi”et nun in Ewigkeit,
Mein’ Vater– Rei¡ ist eu¡ bereit.

11.
Al–dann wird er sein’ Hand au–stre¿en,
Die Bösen mit sein’ Urteil s¡re¿en,
Wel¡e– sind die Bö¿ zur linken Seiten,
Wird spre¡en er: ihr Vermaledeiten,
Geht hin in die ewige Pein,
De– Teufel– und de– Engel sein,
Da wird die große verdammte S¡ar,
Die ihre Frömmigkeit ni¡t genommen wahr,
Die Gere¡ten vor Gotte– Angesi¡t,
S¡ön s¡einen wie da– Sonnenli¡t.
Dann wird bei ihnen angehn groß Leid,
Mit A¡ und Weh in Ewigkeit.

12.
Da– sollst du, o liebe– Kind, betra¡ten,
Denn niemand kann’– genug au–spre¡en,
Wel¡ große Angst, S¡re¿en und Zagen,
Die Gottlosen werden auf si¡ tragen.
Da– soll di¡ ja von Sünden s¡re¿en,
Und di¡ zu guten Werken auferwe¿en.
Der guten Tugend sollst du sein beflissen,
Vor Gott zu haben ein gut Gewissen.
Da– sollst du, mein Kind, no¡ weiter wissen.

13.
Dieweil der Mens¡ ohn’ Gotte– Geist,
Ni¡t Christi ist, wie du wohl weißt,
Au¡ ni¡t– versteht von Gotte– Sa¡en,
Kann au¡ mit sein Gebet ni¡t– s¡affen,
Er muß den Geist der Wahrheit haben,
Denn die Welt mag ihn ni¡t umfangen,
Drum rat I¡ dir in treuen s¡le¡t,
Da– du dir fürse”t bei re¡ter Zeit,
Zu bessern dein arme– sündli¡– Leben,
Von Herzen tu di¡ Gott ergeben,
Daß er dur¡ seinen Heiligen Geist,
Die Erkenntni– deiner Sünden leist,
Dein Herz erleu¡t, und di¡ bekehrst,
Und von Herzen au¡ beten lehrst.
So du denn bittest, wird er dir geben,
Wa– dir Noth ist Christli¡ zu leben,
Drum spar kein Fleiß greif’– tapfer an,
Gott wird dir Hilf und Beistand tan,
Die seinen er ni¡t lassen kann.

14.
A¡ lieber Herr und Vater mein,
S¡reib dein Gese” in mein Herz hinein,
Daß e– bei mir ni¡t sei ein S¡erz,
Sondern fru¡tbar und wirkend sei,
Na¡ deinem willen zu wandeln frei,
Wie Kinder Gotte– gehorsam sein,
So gib un– Herr die Gabe dein.

15.
Wer Buß will tun, von Sünd abstehn,
Der kehr hier her zu dieser Lehr,
Und merk mit Fleiß zu Gotte– Prei–,
Womit man Gott gefallen tut,
Dem hang er an, so fest er kann,
Dazu Gott leist sein Gnad und Geist,
Ein einiger Gott, er ist und heißt,
Gott, Vater, Sohn, Heiligen Geist,
In dem er un– au¡ taufen heißt.

16.
A¡ daß mein Volk mi¡ re¡t erkennt,
Für empfangenen Guttat treuli¡ dankt,
In Lieb mir glauben und vertrauen,
Auf mi¡ al– auf den Felsen bauen.
Und leben re¡t na¡ meinem Willen.
Ihr Sünd und Ungnad will I¡ stillen,
Und sie ma¡en in meinem Rei¡,
Zu Erben der Freuden, ewigli¡.
Amen.

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DT

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